Ein Stoff für die Ewigkeit – H2O

Ein Wassertropfen trifft auf eine Wasseroberfläche

Wasser (H2O) besitzt eine Reihe einzigartiger Eigenschaften, die es von allen anderen Substanzen unterscheidet. Es ist ein Schlüsselelement und wesentlich für die Existenz und Entwicklung des Lebens. Die Vorstellung von Wasserverschwendung ist falsch.

„Nichts ist für die Ewigkeit“, hört man oft – doch stellen Sie sich vor, mein Name ist Wasser und ich existiere schon ewig. Meine Herkunft ist umhüllt von Geheimnissen. Manche Menschen vermuten, dass ich vor etwa 4,4 bis 4,5 Milliarden Jahren mit einem Kometen auf die Erde kam.

Was davor war, ist in einem undurchdringlichen Nebel verborgen. Daher ist auch mein Alter unbekannt. Was ich jedoch sagen kann: Meine Menge bleibt konstant. Was einst ankam, ist immer noch hier und wird es auch bleiben. Ich kann nicht „verbraucht“ werden.

Als einziges Element kann ich meine Zustandsform ändern: Ich bin flüssig, gasförmig oder fest, je nach den gegebenen Umständen. So kann ich behaupten, schon überall auf diesem Planeten gewesen zu sein.

Ob flüssig, gasförmig oder fest, die Menge bleibt konstant.

Ich pendle zwischen der Stratosphäre und der Erdoberfläche, reise in Wolken umher. Mal falle ich als Regen über Wüsten oder stürze mich als Wasserfall in die Tiefe – mal als Schneeflocke, mal als ewiges Eis. Ich kenne das Innere jeder Lebensform und bin Teil unzähliger Verbindungen.

Ich kann in gewaltigen Mengen auftreten und Kräfte entwickeln, denen selbst Felsmassive nicht standhalten. Fehle ich, wirkt ein Ort trostlos und fast leblos. Dabei bin ich unberechenbar und ziellos. Ich bin Retter oder Zerstörer, mir ist das gleich.

Nur wenige mm Regenwasser lassen Wüsten innerhalb kürzester Zeit erblühen – Überflutungen bedrohen auch urbane Regionen.

Während des Huronischen Eiszeitalters zeigte ich eines meiner Geheimnisse: meine Geduld. Es kann vorkommen, dass ich für mehrere hundert Millionen Jahre im Eis feststecke. Doch das ist kein Problem für mich, im Gegenteil. Nach solch einer Phase hatte sich die Welt oft völlig verändert und es gab viel Neues zu entdecken. So wird mir niemals langweilig.

Beruflich agiere ich als Transportunternehmer. Ich liebe es, Dinge zu bewegen. Sind sie zu groß, bearbeite ich sie, bis sie mir nicht mehr widerstehen können. Für den Grand Canyon benötigte ich mehrere Millionen Jahre, aber was ist schon Zeit?

Universelles Lösungsmittel: Wasser wird oft als das „universelle Lösungsmittel“ bezeichnet, weil es eine Vielzahl von Substanzen lösen kann. Dies ist auf die polare Natur der Wassermoleküle zurückzuführen, die es ihnen ermöglicht, mit verschiedenen Molekülen zu interagieren und diese aufzulösen.

Wenn eine andere Substanz es zulässt, gehe ich gerne eine chemische Verbindung mit ihr ein. Viele streben danach, denn gemeinsam können wir Unglaubliches bewirken. Deshalb findest du mich mal süß, mal salzig, hier ätzend und dort seifig. Treffe ich auf den richtigen Partner, kann es schon mal laut werden. Es qualmt und raucht, und obwohl ich Wasser bin, entsteht Feuer.

Ein Junger mit Schutzbrille hält Regenzgläser und einen Becher in der Hand. Es ist eine Wolke über dem Becher erkennbar. Hinter dem Jungen sind viele chemische Formeln zu sehen.

2 Na (s) + 2 H₂O (l) → 2 NaOH (aq) + H₂(g)
Erinnert ihr euch an den Chemieunterricht? Das reine und harmlose Natrium reagiert bei Kontakt mit Wasser heftig. Die Freisetzung von Wasserstoffgas und Wärme hat oft explosive Folgen.

Neulich habe ich etwas völlig Neues entdeckt – ihr Menschen nennt es Microplastik. Es ist winzig klein und federleicht, also nehme ich es mit auf meine Reisen. Wir sind bereits überall gewesen, von der Antarktis bis zur Namib-Wüste. Wir durchdringen das Erdreich und erforschen das Innere aller Lebewesen, einschließlich der Menschen.

Für mich ist das kein Problem. Es kommt immer der Moment, in dem wir uns wieder trennen. Doch ich beobachte, wie das Plastik die Welt verändert. Die winzig kleinen Plastikteilchen arbeiten wie ein Magnet und sammeln Schadstoffe und Pestizide. Eins ist klar: Die Welt wird sich erneut verändern. Die Lebewesen müssen sich anpassen – es wird nicht allen gelingen.

Der Abrieb von Autoreifen gilt als Hauptursache für die Entstehung von Microplastik. Microplastik, findet sich in der Luft, im Trinkwasser, dem Boden und in unserer Nahrungskette mit unabsehbaren Folgen.

Daniela möchte wissen, was mit mir passiert, wenn die Sonne „verglüht“. Sollte das nicht auch mein Ende sein. Wenn aus der wärmenden Sonne einmal ein weißer Zwerg geworden ist, werde ich wieder im ewigen Eis ruhen. Wie ihr jetzt wisst, macht mir das nichts aus

Und irgendwann, in aber und aber Millionen Jahren, schaut ein Komet mal wieder vorbei. Ich freue mich jetzt schon auf die Reise …

Fazit:

Am 22. April werden wir wieder den Earth Day begehen und dieses Jahr wird er unter dem Motto „Wasser macht Leben möglich – Ohne Wasser läuft nichts! Alles klar?“ stehen.

Ein Plakat das auf den Earth Day hinweist.


Unvorstellbare 1,386 Milliarden Kubikkilometer (km³) Wasser gibt es auf der Erde. Die gesamte Landfläche der Erde beträgt etwa 148,94 Millionen Quadratkilometer. Wenn man das gesamte Wasser der Erde gleichmäßig über diese Fläche verteilen würde, stünde das Wasser etwa 9,3 Kilometer hoch. Man sollte meinen, Wasser als Lebenselixier ist deshalb kein Problem.

Aber dieses Wasser ist zu etwa 97,5%, Salzwasser, das in den Ozeanen und Meeren zu finden ist. Für den Menschen ist diese Ressource ohne vorherige Entsalzung nicht trinkbar. Nur etwa 2,5% des Wassers auf der Erde ist Süßwasser. Auch all dieses Süßwasser ist nicht direkt für den Menschen nutzbar. Ein großer Teil, ungefähr 68,7%, ist in Form von Eis und Schnee gespeichert.

Weitere 30,1% des Süßwassers sind als Grundwasser gespeichert, von dem ein Teil zwar technisch erreichbar, aber nicht immer ökonomisch sinnvoll nutzbar ist. Das bedeutet, dass nur ein sehr kleiner Anteil des Süßwassers – ungefähr 1,2% – in Form von Oberflächenwasser (Flüsse, Seen) und anderen leicht zugänglichen Quellen vorhanden ist.

Ein Brunnen auf dem zwei kindliche Figuren nach Wasser greifen.

Tatsächlich ist es noch weniger – durch Verschmutzung, insbesondere durch Plastik, wird dieses Wasser für den menschlichen Gebrauch ungeeignet. Am Ende sind weniger als 1% des gesamten Wasservorrats der Erde leicht zugänglich und trinkbar.

Der Wasserkreislauf auf der Erde ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem Wasser verdunstet, als Dampf in der Atmosphäre kondensiert, als Niederschlag zur Erde zurückkehrt und wieder verdunstet. Dieser Kreislauf ermöglicht bis jetzt die Erhaltung des Lebens auf der Erde. Über seine Nutzbarkeit entscheiden zurzeit vorrangig wir.

Lust herauszufinden, wie es um den eigenen Wasserfußabdruck bestellt ist? Hier findest Du es raus: https://wasserampel.wfd.de/


Ein Gedanke zu “Ein Stoff für die Ewigkeit – H2O

  1. Das war wieder der Hammer!!!

    So viel Information, zum Teil beruhigend, dann am Ende doch wieder beängstigend. Das wird wohl so sein, dass am Ende, Wasser immer noch in gleicher Menge vorhanden sein wird, aber mit was unterwegs.

    Mein Wasserfußbdruck ist gar nicht so schlecht, könnte natürlich noch verbessert werden. Werde mich bemühen.

    Danke für diesen wunderbaren Beitrag.

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