Kühe oder die unbequeme Wahrheit über Methan (CH4)

Ein Kuh steht vor einem blauen Himmel und schaut in die Kamera.

Die Rolle der Kuh im Klimawandel: Was wir über Methanemissionen wissen sollten

Die Sonne lacht vom Himmel und beschert uns erstaunliche Temperaturen für diese Jahreszeit. Wir befinden uns auf einem Streuobstwiesenfest. Örtliche Manufakturen bieten ihre regionalen Produkte an. Infostände klären über den Nutzen von offenen Wiesen und Weiden im Kampf gegen den Klimawandel auf.

Die Stimmung ist gut und viele Gesprächsthemen drehen sich um Ökologie und Nachhaltigkeit. „Das bisschen Pups kann doch nicht am Klimawandel schuld sein!“ Diese Aussage einer Dame am Nachbartisch lässt mich aufhorchen. Es geht um die Rolle der Kühe im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Kühe und ihre unsichtbare Emission.

Eines der wenig diskutierten Themen ist der Beitrag von Methanemissionen zur Erderwärmung. Wenn wir über Klimawandel sprechen, denken wir in der Regel an Kohlendioxid (CO2) als Treibhausgas. Methan (CH4) ist ein Treibhausgas, das 10–20 mal stärker zur Erderwärmung beiträgt als Kohlendioxid (CO2) – Kühe sind eine der Hauptquellen für diese Emissionen.

Methan (CH4) ist ein geruch- und farbloses Gas. Es ist nicht verantwortlich für den einzigartigen Stallgeruch. Das Treibhausgas entsteht durch biologische Prozesse bei Fäulnis oder Gärung. Es ist Hauptbestandteil von Erdgas. Es wird bei der Förderung von Erdöl und Kohle freigesetzt. Riesige Mengen finden sich gebunden im Permafrost und Meeresboden.

Die Kuh und ihr Methan.

Kühe sind seit Jahrtausenden enge Begleiter des Menschen. Ihre Rolle im Klimawandel ist relativ unbekannt. Die Methanproduktion bei Kühen ist ein natürlicher Teil ihres Verdauungsprozesses. Bei der Verdauung der Wiederkäuer entsteht Methan – das Gas entweicht beim Rülpsen und Furzen.

Vier grafische Darstellungen der Treibhausemissionen der Landwirtschaft von 1990 bis 2030 und der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasemissionen insgesamt.

© Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Kaum vorstellbar, aber über 100 kg Methan entweichen auf diesen Wegen im Jahresdurchschnitt einer Kuh.  Das entspricht dem CO2-Ausstoß von 18.000 gefahrenen Kilometern eines Autos.

Das Kernproblem.

Die Viehhaltung ist für etwa ein Viertel der menschengemachten Methanemissionen verantwortlich. Derzeit werden weltweit über eine Milliarde Rinder zur Fleisch- und Milchprodukterzeugung gehalten – Tendenz steigend. Schätzungen gehen davon aus, dass sich der damit verbundene Ausstoß bis 2050 verdoppeln wird.

Um den weltweiten Hunger nach Fleisch- und Milchprodukten kostengünstig zu befriedigen, entstehen riesige Produktionsstätten. Zusätzlich fallen Regenwälder, unsere weltweit größten CO2-Speicher, diesem Konsumverhalten zum Opfer. Sie werden abgeholzt, um Ackerflächen für Futterpflanzen zu gewinnen.

Nutztierhaltung gleicht vielerorts einer Industrieproduktion – Für die Futterproduktion aus Sojapflanzen mussten Millionen Hektar artenreicher Waldgebiete und Savannenareale weichen – in der Regel durch Brandrodung

Warum hilft ökologische Landwirtschaft?

In der ökologischen Landwirtschaft findet das Prinzip „bodengebundene Nutztierhaltung“ Anwendung. Die Tierhaltung erfolgt überwiegend auf Weiden oder Auslaufställen. In der bodengebundenen Nutztierhaltung haben Tiere oft mehr Platz. Die grasenden Weidetiere nutzen Gras als natürliches Futter. Die Zufütterung mit kohlenstoffreicherem Futter wird minimiert. Der benötigte Platz zur Haltung beschränkt automatisch die Anzahl der Tiere.

Die gute Nachricht!

Methan baut sich relativ schnell wieder ab. Das Methan, das heute in die Atmosphäre entweicht, ist bereits in 10 Jahren wieder abgebaut. Wir haben eine echte Chance, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Voraussetzung ist, die menschengemachten Methanemissionen werden drastisch reduziert.

Ergebnisse einer neuen Studie des Öko-Instituts zeigen: Deutschland kann bis 2045 klimaneutral werden, wenn die Zahl der Tiere in den Ställen und auf den Weiden „etwa halb so groß ist wie heute “ Das Bewusstsein für dieses Problem ist der erste Schritt, um es anzugehen.

Die Kühe und wir.

Der Klimawandel ist ein globales Problem und jede Quelle von Treibhausgasemissionen spielt eine Rolle. Wir müssen uns für nachhaltige Landwirtschaft und bewussten Konsum einsetzen. Damit tragen wir aktiv zu einer Reduzierung der Methanemissionen bei. Jeder kleine Schritt zählt!

Fazit: Artgerechte Haltung und eine intakte Umwelt sind die Basis für eine lebenswerte Zukunft.

FAQ :

Hier sind einige häufig gestellte Fragen zum Thema Methan und Kühe:

Frage 1: Können Kühe aufhören Methan zu produzieren?

Leider nein; Methanproduktion ist ein natürlicher Teil ihres Verdauungsprozesses. Aber wir können Maßnahmen ergreifen, um den Ausstoß zu reduzieren.

Frage 2: Wie reduziert man Methanemissionen bei Kühen?

Die Ernährung der Kühe kann angepasst werden, um Methan zu reduzieren. Dazu gehört die Weidehaltung. Außerdem können bessere Stallbedingungen und Abfallmanagement helfen.

Frage 3: Gibt es nachhaltige Landwirtschaftspraktiken?

Ja, nachhaltige Landwirtschaft kann dazu beitragen, die Methanemissionen zu verringern. Sie umfassen effizientere Futtermittel und Weidemanagement.

Frage 4: Wie können wir den Methanausstoß der Kühe reduzieren?

Wir können unsere Ernährung umstellen und weniger Rindfleisch konsumieren. Außerdem kannst du nachhaltige Landwirtschaftspraktiken unterstützen, die den Ausstoß von Methan reduzieren. Achte auf den Hinweis „Weidehaltung“

Frage 5: Gilt das auch für Käse?

Ja, Milchkühe sind ebenfalls Methanproduzenten. Aber wir können auf pflanzlichen Käse umsteigen – es gibt viele leckere Optionen!

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Ein Gedanke zu “Kühe oder die unbequeme Wahrheit über Methan (CH4)

  1. Wahnsinn, das meiste habe ich nicht gewußt. Danke für die anschauliche Information. Ich werde mich in Zukunft bemühen mich umweltbewußter zu ernähren.

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