Hagel, Sturm und Starkregen – Mit Grünen Dächern bestens geschützt in die Zukunft.

Man blickt über ein begrüntes Dach in die Umgebung.

Nach der wochenlangen Affenhitze türmen sich bedrohlich wirkende Gewitterwolken am Horizont zu mächtigen Gebirgen auf. Meine Mutter und ich wollen noch schnell die Gelegenheit nutzen und starten einen Rundgang durch den Ort. Wind kommt auf und wir spekulieren ob bereits irgendwo der langersehnte Regen runtergeht.

Es ist schwül, weshalb sich die ersten Tropfen wunderbar erfrischend anfühlen. Trotzdem fragt meine Mutter, ob wir nicht Schutz suchen wollen. Diesen finden wir im nahe gelegen Gemeindehaus. Kaum angekommen öffnen der Himmel seine Schleußen. Was da runter kommt hat nichts mit einem typischen Sommerregen zu tun.

Das Geräusch des Regens wird zu einem bedrohlichen Rauschen. Der Regen fällt so dicht, dass die Sicht nur noch wenige Meter beträgt. Donner grollt – vereinzelte Blitze erhellen das dunkle Grau. Trotzdem genießen wir den Moment. Als Gartenbesitzer bekommt man ein besonderes Verhältnis zu dem lebensspendendem Nass. Zudem sitzen wir im Trocknen. 🤗

Wie ein Schwamm saugt die Erde jeden Tropfen auf. Die kleineren Stauden und Gräser scheinen unbeeindruckt von der plötzlichen Flut. Sträucher und höher gewachsene Pflanzen beugen sich unter der Last der Wassermassen. Man kann jedoch erahnen, dass auch sie dankbar für jeden Tropfen sind. 

Dagegen entstehen auf der durch Pflaster und Beton versiegelten Fläche wahre Sturzbäche. In den tiefer gelegenen Bereichen sammeln sie sich zu immer größeren Strömen. Es dauert nicht lange und die ersten Feuerwehrsirenen erklingen. Auch ohne Nachrichten weiß ich, gerade laufen Keller voll. Die Kanalisation ist den plötzlich aufkommenden Wassermassen nicht gewachsen. 

Große Hagelkörner liegen auf etwas Rasen.

Wieder verändern sich die Geräusche. Aus dem Rauschen wird ein deutlich vernehmbares Trommeln. Als wäre es noch nicht genug, verstärkt Hagel dieses heftige Gewitter. Meine Mutter und ich tauschen besorgte Blicke. Starkregen kann gewaltige Schäden anrichten – Hagel ist ein ganz anderes Kaliber. 

Sind wir hilflos ausgeliefert? 

Durch die Wucht des Aufpralls werden Dachziegel zerschmettert, Fenster beschädigt und Fassaden angegriffen. Zudem setzen die Hagelkörner Abwassersysteme zu. Auch höher gelegene und normalerweise gut entwässerte Bereiche können plötzlich überflutet werden. 

Starkregenereignisse und Hagelgewittern sind kein neues Phänomen. Seit Jahrzehnten steigt die Anzahl kontinuierlich. In den letzten Jahren jedoch sprunghaft – deutschlandweit! Nicht nur die Betroffenen, sondern wir alle tragen die enormen Kosten. Spätestens durch die steigenden Versicherungsprämien.  

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BKK informiert zu diesem Thema auf seiner Website. Unter anderem empfiehlt es den Einsatz von Kiesschüttungen und Dachbegrünungen auf Flachdächern. In vielen Neubaugebieten ist das mittlerweile Bestandteil des Bebauungsplans. Der Grund ist schnell erklärt. 

Begrünte Dächer sind in Verbindung mit wasserspeichernden Matten in der Lage, Wasser aufzunehmen und zu speichern. Plötzlich auftretende Wassermengen können so aufgefangen und zeitverzögert abgegeben werden. Darüber hinaus fängt die weiche Struktur die Wucht des Aufpralls der Hagelkörner ab. Keine Chance für größere Schäden. 

Was ist aber mit den Bestandsgebäuden und Schrägdächern?  

Grundsätzlich gibt es keine Dachform, die nicht auch begrünbar wäre. Hochspezialisierte Unternehmen, wie z.B. die Firma Zinco, entwickeln technisch perfekte Detaillösungen, um Begrünungen dauerhaft zu ermöglichen. Die nötigen Maßnahmen können auch an Bestandsgebäuden vorgenommen werden. Immer vorausgesetzt, die Statik lässt das zu. 

Um die damit verbundenen Kosten als Eigenheimbesitzer tragen zu können, ist es sinnvoll, nach entsprechenden Förderprogrammen Ausschau zu halten. Viele Kommunen unterstützen mit eigenen Programmen Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen. Informationen gibt das örtliche Rathaus. 

Das Logo für das Programm Frankfurt frischt auf zeigt Blätter und die Schrift

Mit ihrem Förderprogramm „Frankfurt frischt auf“ unterstützt die Stadt Frankfurt Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer, Maßnahmen zur Klimaanpassung beim Neubau und im Bestand eigenverantwortlich umzusetzen.

So schnell wie das Gewitter aufgezogen ist, verschwindet es auch wieder. Für ein paar Minuten fällt noch ein wenig Nieselregen. Der Wind bläst die Wolken vor sich her und macht der Sonne Platz. Dampfschwaden steigen von den Asphaltflächen auf. Abkühlung hat das Gewitter nicht wirklich gebracht. 

Wir brechen erneut auf. Jeder bestrebt, erstmal zu Hause nach dem Rechten zu sehen, trennen sich unsere Wege. Am Abend meldet sich meine Mutter wieder. Wir können uns gegenseitig Entwarnung geben. Ist noch mal alles gut gegangen. 


Ein Gedanke zu “Hagel, Sturm und Starkregen – Mit Grünen Dächern bestens geschützt in die Zukunft.

  1. Hallo Danny erinnere mich gut an den beschriebenen Tag und die Erleichterung, dass bei uns das Unwetter keinen Schaden angerichtet hat. Dass begründe Dächer so hilfreich sind, um Schäden abzufangen, wußte ich nicht und außerdem noch für besseres Klima sorgen. Bisher waren sie für mich nur Hilfen für Insekten.
    Danke für die Info und das Berichten eines ungewöhnlichen Erlebnisses. Deine Mama

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